Schlichter  Alltags - AlIradIer

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Infohilfen für den Kauf eines Troopers


Ein Bericht aus der Zeitschrift: GELÄNDEWAGEN von 8/97 (?)
von M. Braun

Nach fast zehnjähriger Bauzeit und erfolgreichem Verkauf finden sich zahlreiche Trooper auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt. Günstige Preise sollen dabei oft zum Kauf verführen. Wir sagen Ihnen, welche Versionen Sie meiden sollten und was bei Besichtigung und Probefahrt eines Trooper zu beachten ist.

Daß die japanische Marke Isuzu auf unserem Kontinent zunehmend in Vergessenheit gerät, ist nicht die Schuld der Isuzu-Leute. Sie müssen sich als Mitangehörige des weltumgreifenden amerikanischen General-Motors-Konzern einer Strategie beugen, die besagt, daß Fahrzeuge dieses Konzerns möglichst jeweils mit dem Emblem einer Heimatmarke angeboten werden sollen. Das Resultat: Der Nachfolger des Isuzu Trooper darf in Japan, in Amerika und in Afrika wahrheitsgetreu Isuzu heißen, bei uns ist er als Monterey bekannt,in Großbritannien als Vauxhall Monterey, in Australien als Holden Jackaroo. Das ist möglich, weil alle drei  genannten  Marken 100prozentige  GM-Töchter sind. Der Ende 1991zugunsten des Monterey eingestellte Trooper durfte dagegen noch überall mit dem  Isuzu-Emblem verkauft werden.

In Deutschland war er dabei überaus erfolgreich und konnte fast immer einen Platz unter der ersten Fünf der Zulassungshitliste für Geländewagen erringen. Die Gründe für diesen Erfolg sind ausnahmslos im Vernunftbereich zu suchen: Der Name Trooper stand für günstige Neupreise, viel Raum und Zuladung bei kompakten Außenabmessungen, problemlose Fahr- und Lenkeigenschaften, relativ sparsame Vierzylindermotoren und den Service ausgewählter Opel-Vertragshändler. Zum deutschen Verkaufsstart im Jahre 1983 wurde der Japaner ausschließlich als 4,50 m langer Station mit nur zwei Türen angeboten. Die Kunden konnten zwischen einem 2,3-Liter-Saugdiesel mit 53 PS (120 km/h ) und einem Zweiliter-Benziner mit Vergaser wählen, der zunächst 73 PS , ab 1983 dann 81 PS leistete. 1984 folgte zusätzlich der 2,3-Liter-Turbodiesel mit 72 PS der den Trooper auf etwas über 130 km/h treibt. 1985 erhielt der Station endlich hintere Seitentüren ,zusätz1ich kam ein auf 4,15 m Länge verkürzter Zweitürer ins Programm. Gleichzeitig wurde der Vergaser-Benziner auf 2,3 Liter Hubraum vergrößert (88 PS). Im Modelljahr 1987 erhielt der Trooper Rechteck- statt der bislang verwendeten Rundscheinwerfer. Zum gleichen Zeitpunkt wurde der 53-PS-Saugdiesel aus dem Programm genommen. Zum   Modelljahr 1988 spendierte Isuzu dem Trooper neue Vierzylinder-Motoren.

Zur Wahl standen ein 115 PS starker  2,6i mit Einspritzung und Kat (auf Wunsch mit Automatik)  und ein 2.5-Liter-Turbodiesel mit Direkteinspritzung und 97 PS. Ein Jahr später, also 1989 erhielt der 2,8 TD eine Ladeluftkühlung, die Leistung stieg auf 106 PS. Den Intercooler-TD erkennt man an der Hutze auf der Motorhaube.Die neuen stärkeren Motoren (2,6i und 2,8TD) ließen die Verkaufszahlen stark ansteigen, so daß sich gehäuft die Baujahre 1988 bis 1992 auf dem Gebrauchtmarkt befinden. Häufiger als der Benziner ist dabei der Turbodiesel (60%) im  Angebot. Auch war der lange Radstand bei den Kunden etwas beliebter als der Kurze.

Will man sich einen Trooper anschaffen so sollte man von vornherein bestimmte Motoren meiden.
Der Kauf eines 2,3TD (1984-88) beispielsweise gleicht einem Schuß aus einem krummen Jahrmarktgewehr: Zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, eine Niederlage einzustecken. Der kleine Turbodiesel quittiert gerne schon nach Laufleistungen deutlich unter 100000 km plötzlich und ohne Vorwarnung den Dienst, und zwar relativ unabhängig von der Fahrweise. Ein solcher kapitaler Motorschaden ist beim Trooper besonders unangenehm da die Ersatzteilpreise (nicht  nur für Motorteile) überdurchschnittlich hoch sind. Die kleinen Vergaser-Benziner vor 1988 wirken zwar für heutigeVerhältnisse etwas schwachbrüstig, begnügen sich aber mit Normalbenzin und sind zuverlässig. Probleme kann es mit durchgebrannten Zylinderkopfdichtungen geben, die wiederum meist eine Folgezu spät erkannter Schäden an Kühler oder Wasserpumpe sind.

Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Unterseite des Kühlerverschlusses: Spuren von Öl oder bräunliche Rückstände an dieser Stelle sind Alarmzeichen. Robuster als die 2,3-Liter-Motoren sind der 2,8 TD und besonders der 2,6i. Der 155 km/h schnelle Kat-Benziner verbraucht naturgemäß mehr Treibstoff (Normalbenzin) als der ultrasparsame Direkteinspritzer-Turbodiesel (14,5 statt 11 Liter/100 kmbei flotter Fahrweise) ist aber zuverlässig und langlebig. Schäden betreffen -wenn überhaupt-den Auspuff und das Kühlsystem.150000-200000 km Laufleistung sind bei sachgerechter Fahrweise die Regel. Das gleiche gilt für den startfreudigen 2,8 TD, der zwar ansehnliche 145 km/h läuft, jedoch durch zu starke Rußentwicklung und erhöhten Ölverbrauch mißfällt:der Preis für den geringen Treibstoffverbrauch.Weniger haltbar als diese beiden Motoren sind die Getriebe und vor allem die unterdimensionierte Kupplung. Sie verschleißt besonders bei Hängerbetrieb oder Geländeeinsatz zügig. Singende Geräusche bei der Probefahrt deuten auf den baldigen Exitus des Getriebes hin; ebenso die weitverbreiteten Kratzgeräusche beim einlegen des zweiten Ganges.

Lassen Sie sich nicht vom Vorbesitzer einreden Sie könnten nicht schalten. Benziner-Interessenten können das teure Getrieb/Kupplung-Problem elegant umgehen:durch den Kauf eines Automatikfahrzeugs. Wer Ärger mit seinem Trooper vermeiden will, tut gut daran, ein Exemplar ohne die aufpreispflichtigeDifferntialbremse an der Hinterachse zu suchen.Mit dieser sogennanten automatischen Sperre kommt es oft nach wenigen 10000 Kilometern beim Rangieren zu unangenehmen Schab- und Knirschgeräuschen sowie Vibrationen und Reifenabrieb; fast so als hätte man vergessen den Allradantrieb im Strassenbetrieb wieder herauszunehmen. Das Befüllen des Hinterachsdifferentials mit vollsynthetischem ÖL verspricht nur Linderung, oft ist eine Reparatur nötig. Bei der Probefahrt sollte man also unbedingt mit Heckantrieb einen engen Kreis auf möglichst trockenem Asphalt fahren und dabei auf Geräusche aus dem Heck achten. 

Ein weiterer Schwachpunkt des Trooper betrifft leider gerade die stärkeren Trooper ab Baujahr 1988. Sie wurden serienmäßig mit Scheibenbremsen an der Hinterachse ausgerüstet. Bei deren Bremssätteln kommt es immer wieder zu Gangbarkeitsproblemen und Undichtigkeiten. Wer schon durch die Felgen hindurch ungleiche Reibspuren an den hinteren Scheiben  feststellen kann, sollte am besten die hinteren Räder abschrauben um dann möglicherweise ungleich abgenutzte Bremsbeläge erkennen zu können, die ein weiteres Anzeichen für festgegangene Bremssättel sind. Rost ist bei einer Trooperbesichtigung nur ein relativ untergeordnetes Thema; jedenfalls dann, wenn es sich um ein Exemplar nach Baujahr 1987 handelt. Die Älteren Isuzu rosten dagegen noch recht ungehemmt, besonders an allen Türen und der Motorhaube. Bei den ganz frühen Modellen kann auch schon der an sich ausreichend geschützte Leiterrahmen und die Heckpartie-besonders an den Radläufen - angegriffen sein. Ab Modelljahr 1988 also mit Einführung der stärkeren Motoren, ging die Korrosion spürbar zurück. Die bessere Rostvorsorge ist ein weiterer Crund, die Versionen 2,6i und 2,8 TD beim Kauf eines Gebraucht-Trooper konsequent zu bevorzugen zumal auch für diese jüngeren Fahrzeuge relativ günstige Preise gefordert werden. Doch sind ein geringer
Anschaffungspreis und niedrige Betriebskosten Vorteile des Trooper die von hohen Reparaturkosten und  dem Ärger durch die oftmals langen Wartezeiten für Ersatzteile wieder aufgewogen werden können

Gebrauchttip

Trooper 2,6i oder 2,8 TD ab 1988
Käftiger und langlebiger als die kleineren Motoren vor 1988, verbesserte Rostvorsoge, niedriger ( 2,8 TD )  bzw. angemessener ( 2,6 i ) Verbrauch , ausreichende Fahrleistungen, hohe Stückzahlen, günstige Gebrauchtpreise ( besonders bei 2,6 i )
 
 

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