Vorsicht , Diesel-Sterben 

Vorsicht , Diesel-Sterben
Infohilfen für den Kauf eines Troopers


Ein Bericht aus der Zeitschrift: GELÄNDEWAGEN von 8/97

Die japanische Marke Isuzu gibt es in Deutschland nicht mehr. 
Der Nachfolger des Trooper wird hierzulande von Konzern-Schwester Opel als Monterey verkauft.
Gleichwohl gibt es noch reichlich gebrauchte Isuzu Trooper.
Deren Besitzer haben uns Ihre Erfahrungen mitgeteilt , wir haben ausgewertet und geben Tips zum Gebrauchtkauf.

Text: Martin Braun
Graphiken : Thomas Rönnberg
 

Dieselmotoren galten früher als besonders langlebig. Inzwischen hat der gute Ruf des Diesels einen argen Knacks bekommen. Schuld sind die modernenTurbodiesel, denn nur durch das Aufblasen per Turbolader bringt der Dieselmotor die heute gewünschte Leistung. Darunter leidet jedoch oftmals die Lebensdauer, während die von Haus aus kräftigen Benziner immer langlebiger wurden.

Ein eindrucksvolles Beispiel für das Risiko, das in einem per Turbolader gepuschten Motor liegen kann, sind die Turbodieselmotoren im Isuzu Trooper. Ganz schlimm ist es beim von 1984 bis 1988 angebotenen 2,3 TD mit 72 PS.

Bei diesem Typ sind schon so viele Fahrzeuge mit frühzeitigem Motorschaden gestrandet, daß nur noch ganz wenige Exemplare in Deutschland vorhanden sind. Viele wurden wieder fahrbereit gemacht und oftmals in die diesbezüglich ahnungslosen Länder des ehemaligen Ostblocks  verkauft oder verbracht, wo ein beständiger Run auf Dieselgeländewagen herrscht. Das Tückische ist dabei die Unberechenbarkeit: Egal ob man schonend fährt oder nicht, regelmäßig Öl wechselt oder nicht, beim einen Fahrer hält der 2.3 TD nur  70.000 km, beirn anderen 250.000 km, bevor ihn ein kapitaler Schaden (oft ein abgerissenes PIeuel ) heimsucht. 48,5% unserer 2,3 TD-Fahrer traf dieses sündteure Schicksal.

Nicht ganz so dramatisch sieht es bei den von 1988 bis zum Produktionsstopp des Trooper im Jahre 1992 angebotenen 2.8 TDI aus. Hier kollabierten ,,nur" 22 Prozent der Motoren; die allermeisten ebenfalls frühzeitig und ohne Vorwarnung. So ist es kein Wunder, daß der Bestand an Diesel-Trooper in Deutschland stark  rückläufig ist, während der der Benziner praktisch gleich bleibt. Wie schade,denn gerade der 2.8 TDI mit seinem genügsamen Verbrauch von rund 10 Litern/100 km hat viele Interessenten zum Trooper gebracht; Trotzdem bereuen  zahlreiche TD- und TDI-Fahrer ihre Entscheidung und  würden bei einem nochmaligen Trooper- Kauf lieber den 2.6i-Benziner nehmen.

Die Benziner-Fahrer sehen dies oft umgekehrt .13 bis 14  Liter  Normal bleifrei/100 km ist vielen zuviel, und sie würden deshalb heute lieber zum 2.8 TDI greifen. Aber ob sie dies auch nach dem Lesen unserer Gebrauchtberatung tun würden? Tatsache ist jedenfalls daß die Benzinmotoren - wie so oft - völlig unauffällig sind und meist problemlos 250.000 km erreichen. Besonders angenehm ist dabei der 2.6i der von 1988 an mit G-Kat  ausgeliefert wurde. Er ist ausreichend  flott, kostet viel weniger Steuern als die Diesel, muß nur halb so oft zum Ölwechsel und nimmt derbe Behandlung nicht  krumm.  Er  hat  nur  zwei  Schwachpunkte: Er verschleißt  den  Auspuff schneller als die Diesel und  sein Anlasser ist nicht sonderlich langlebig. Ab etwa 100.000 km sollte man hier mit einer Reparatur rechnen. Dieses Schicksal teilt der 2.6i mit seinen  Vergaser-Vorgängern, dem 2.0 (bis 1985) und dem 2.3 (bis 1988), deren eigentliches Hauptproblem jedoch die  kurzlebige Wasserpumpe ist. Die Diesel, insbesondere die 2.8 TDI, haben zu  allem Überfluß auch noch eine kurzlebige Lichtmaschine, die oft weniger als l00.000 km hält. Ein weitgehend motorunabhängiges Problem trifft dieTrooper ab Baujahr 1988, also diebeiden 2.8i TDI und den 2.6i: Diese Versionen erhielten hintere Scheibenbremsen, deren Bremssättel häufig zum Festgehen neigen, was bei 32,6%  dieser Leserfahrzeuge zu verzeichnen war.Anzeichen dafür sind links und rechts ungleiche Reibspuren an den Bremsscheiben, die durch die Löcher der Felgen einsehbar sind. 

Auch das Schaltgetriebe kann ab 100.000 km Probleme bereiten, die zu Lagerschäden führen. Hier ist bei der Probefahrt auf ungewöhnliche Geräusche zu achten. Außerdem dürfen beim Schalten keine Vibrationen im langen Schalthebel spürbar werden und keine Ratschgeräusche  auftreten. Zudem sollte man der nicht gerade reichlich dimensionierten Kupplung Aufmerksamkeit schenken. Fühlt sie sich bei der Probefahrt beim Durchtreten und Greifen auffällig  weich und schlaff an, ist dies mit Nachstellen kaum zu beseitigen. Mal was Positives: Fahrwerk und Lenkung des Trooper sind robust und halten viel aus; auch die hohe Zuladung  des Japaners, die ein sorgloses Ausnutzen des großzügigen Raumangebots bei gleichzeitig erfreulich kompakten Außenmaßen erlaubt. Zudem erfreut der kantige Trooper durch problemlose Fahr- und Lenkeigenschaften und sehr gute Übersichtlichkeit. Negativ bei allen Versionen äußern sich die Besitzer über die Rostvorsorge.

Gut 41% der Einsender haben bereits erheblichen Rost feststellen müssen. Er findet sich bevorzugt an der senkrecht geteilten Hecktüre, an den Seitentüren und den Bodenblechen. Manchmal ist sogar schon der Leiterrahmen angegriffen.

Insgesamt sind  die Trooper-Fahrer deutlich weniger zufrieden mit Ihrem Fahrzeug als die Fahrer anderer Geländewagen. Nur 65,5% (Nissan Terrano:83,1%) haben Ihre Kaufentscheidung proTrooper nicht bereut, dabei würden jedoch ertwa ein Drittel von Ihnen gerne den Motortyp tauschen: Die Benziner Fahrer wollen den Diesel, die Diesel-Fahrer den Benziner. Beim Kauf Ihres nächsten Geländewagens liebäugeln die meisten mit dem Opel Frontera oder dem direkten Nachfolger des Isuzu Trooper, dem Opel Monterey. Aber es gibt auch genügend Interessenten für den noch kantigeren Land  Rover Defender. Immerhin 27,3% der Trooper-Besitzer beklagen sich über die Arbeit der Opelwerkstätten, die die für den Isuzu-Service zuständig sind (Terrano und die Nissan-Werkstätten: 15%). Auch deshalb,weil die Ersatzteilpreise für den Trooper alles andere als günstig sind. Aufällig oft kritisieren die Leser zudem das offenbar nicht mehr vorhandene Image von Isuzu. Immerhin 25,6% bemängeln den Ruf der in Deutschland dahingeschiedenen japanischen Marke. Entsprechend bekunden rund 3,6% der Einsender daß sie die Marke lsuzu mögen (Nissan: 13%), dagegen sagen 33,4%, daß Ihnen der Trooper gefällt.
 
 

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